Jetzt ist es soweit. Wenn man denkt, dass es schon das billigste überhaupt sei, sich über die Bahn aufzuregen, dann kann ich sagen: Nein. Ich sinke noch tiefer und schreibe über Ikea. Selbstverständlich ist Ikea schlecht. Kapitalistisch bis ins Mark, beutet selbst die deutschen Arbeiter aus. Die Möbel kommen in Brocken daher, die man auch noch selbst heimfahren und aufbauen muss. Nie im Leben würde ich da was kaufen - wenn es nicht so günstig wäre. Denn am Ende ist man doch ein Student und wenn ich die Wahl habe, zwischen Möbelhaus für viel Geld oder Kletterurlaub + Ikea, dann bin ich jederzeit bereit, den Inbus zu schwingen für eine Woche der Erholung. Jetzt war es also soweit, dass unser Küchentisch bereits nach einem halben Jahr aus den Fugen ging. Ein Spalt tat sich in der Leimholzplatte auf und das Wasser drang ein, dass es eine Freude war - fürs Wasser. Also habe ich eine halbe Stunde lang den Kassenzettel gesucht und anschließend 5 Minuten lang das Ikea Reklamationsformular ausgefüllt. Man kann sogar ein Bild hochladen. Kurze Zeit später erhielt ich dann eine elektronische Post. Interessant ist hier auch, dass das "Du", das einem in jedem Ikea überall um die Ohren fliegt, auf einmal zu einem "Sie" wird. Schon klar. Reklamationen bringen ja auch kein Geld. Dennoch ist man also zu einem Umtausch bereit. Ich habe aber keine Lust, die blöde Platte zu Ikea zu schleppen und frage mal nach, ob die nicht auch geliefert werden könnte. Und tatsächlich, sie kann. Was Ikea dabei bisher an Pluspunkten gesammelt hat, verplempert die Spedition allerdings wieder, als sich mich Donnerstags morgens um halb acht anruft und ins Ohr plärrt, mein Tisch solle geliefert werden. Auch das ertrage ich mit stoischer Ruhe und einen Tag später ist es soweit: Zwei Arbeiter tragen unseren neuen Küchenaltar ins Haus. Neue Platte auspacken, alte einpacken. Es ist eine Freude, ihnen bei der Arbeit zuzusehen. 20 Minuten später sind sie wieder fort und wir haben eine neue Tischplatte. Juhu!